Bodenständiger Gemüsegenuss für 4722er

Steckbrief Anke und Andi Wille

Anke (52) und Andi (55) Wille ein Zweiergespann für die ihr Gemüse nicht nur ein Beruf, sondern viel mehr eine Berufung ist. Eine, die sie jeden Tag aufs Neue motiviert. Denn eines vorweg, es ist harte Arbeit Gemüse anzubauen, und dennoch ist es für die Beiden eine schöne und wertvolle Tätigkeit. Denn zu wissen, was in den Lebensmitteln steckt, die sie ernten und essen ist für sie unbezahlbar. Kurz und bündig: sie lieben ihr Gemüse.

Packende Begeisterung
Anke’s Lieblingsgemüse sind ihre roten Spitzpaprika. So süß und lecker, wie die schmecken, so etwas bekommt man sonst nicht so schnell! Aber nicht nur die Paprika erfreuen sie, es ist die Vielfalt an unterschiedlichen Gemüsesorten, die für sie die Arbeit so spannend machen. Andi fühlt sich besonders bestärkt, wenn andere sich über die tollen Ergebnisse und den Geschmack ihres Gemüses freuen.

Gemüsevielfalt für das 4722er Körberl
Gemeinsam mit ihrer Helferin Susanne, die über St. Pius bei ihnen arbeitet, und ohne die Vieles nicht möglich wäre, bewirtschaften sie 1,5 ha Land. Seit 5 Jahren pflanzen sie Roggen, Dinkel, Kartoffeln und Yacon an. Damit wir auch im 4722er Körberl eine tolle Gemüseauswahl anbieten können, haben sie heuer Ende April einen ersten Folientunnel, mit 30 m Länge, errichtet. Bereits jetzt dürfen sich die Vereinsmitglieder über tolle Salate freuen, aber im Laufe der Saison wird dies noch durch Tomaten, Paprika, Fisolen, Gurken und vieles weitere ergänzt. Bis Herbst möchten die Beiden einen noch ausgeklügelteren, zweiten Doppelfolientunnel errichten. Dieser wird die Arbeit um einiges erleichtern. Denn mit den heurigen Temperaturen ist der Gemüse-
anbau wirklich schwierig, es war für lange Zeit einfach viel zu kalt.

Tipps und Tricks für den eigenen Garten
Ihre Erfahrung hat ihnen gezeigt, dass ein „gesunder“, lebendiger Boden das wichtigste für gutes Gemüse ist. Denn nur ein lebendiger Boden kann das angepflanzte Gemüse optimal versorgen und überdüngt es nicht. Und somit kann man sich sicher sein, dass das Gemüse kein/wenig Nitrat und sicher kein Nitrit oder andere Schadstoffe enthält. Ihr Tipp hierfür ist gute, ausgewählte Humuserde zum Beispiel von der Kompostieranlage in Pühret zu verwenden. Denn mit den richtigen Mikroorganismen versetzt wird man mit seinem gepflanzten Gemüse einen tollen – aber am wichtigsten –
gesunden Ertrag erzielen.

Steckbrief Manuela Schönbauer

Manuela Schönbauer, 39 Jahre, 3-fache Mama und Familienoberhaupt einer Patchworkfamilie. Sie wuchs inmitten von Blumen, Obst und Gemüsepflanzerl in der elterlichen Gärtnerei Nähe Passau auf. Eine eigene Gärtnerei ist es bei ihr zwar nicht geworden, aber die Leidenschaft für das Gärtnern ist geblieben. Sie legt viel Wert darauf, dass ihre Pflanzen auf natürlichem Wege wachsen und das macht sie auch so robust. Und obwohl sie selbst aus der Branche kommt, stellt sie immer wieder fest, dass man nie auslernt.

Nullachtfünfzehn kann Jeder
Ihre Eltern haben ihr einen 5×9 m großen Folientunnel geschenkt. Ergänzt wird diese Fläche durch einen 70 qm großen Außenbereich. Ihre große Leidenschaft sind Gemüsesorten, die nicht nullachtfünfzehn sind. Sie experimentiert gerne mit neuen Sorten und sammelt so jährlich neue Erfahrungen. Learning-by-doing eben. So kommt es auch schon mal vor, dass Wassermelonen in Netzstrumpfhosen verpackt hochgebunden werden. Warum? Weil die Wassermelonen-Stauden, sich wieder einmal hoch gerankt hatten und im Jahr zuvor dadurch alle Melonen zermatscht am Boden gelandet sind.

Lust auf mehr
Bis vor kurzem waren es vor allem selbst gezogene Jungpflanzen, mit denen sie Alle begeistert hat. Nun gibt es auch schon die ersten Kräuter, Spinat und Rhabarber von ihr zu beziehen. Das war heuer aber noch nicht Alles was uns von Manuela erwartet. Wir dürfen uns noch auf Paprika, Tomaten, Zwiebel, Lauch, Zuchini, Kürbis und vieles mehr freuen.

Natur pur
Keine Kunstdünger zu verwenden, sondern nur natürliche Dünger, gemeinsam mit Urgesteinsmehl, sind für Manuela besonders wichtig. Ihr Ziel ist es mit der Natur und den Ressourcen so schonend wie möglich zu arbeiten. Sie lässt unter anderem Schnittlauch, Ringelblumen, Tagetes und Kapuzinerkresse in ihrem Folientunnel blühen, um Insekten hinein zu locken. Gemeinsam mit Ihren Kindern sammelt sie Marienkäfer oder Ohrwürmer zur Schädlingsbekämpfung, wie zum Beispiel den Blattläusen. Ihr Tipp fürs Gartenbeet – den Rasenschnitt, als Mulch rund um die Pflanzen verteilen, um das Unkraut zu reduzieren und dem Boden wieder Nährstoffe zuzuführen.

Steckbrief Carina Schmidbauer

Carina Schmidbauer (34) – bald mit ihrem “Carina’s Naturplatz’l” bekannt – ist eine dreifache Jungmama und 4722er Körberlfan der ersten Stunde. „100 % Natur pur“ ist ihr Credo. „Es ist zwar viel mehr Arbeit, aber man schmeckt’s!“ davon ist sie überzeugt.

Als Dünger verwendet sie unter anderem Pferdemist. Dieser wird 3 – 4 Jahre gelagert und im Zuge dessen kompostiert. Der entstandene Humus wird dann im Frühling in den Acker und die Gartenflächen eingearbeitet. Sie gartelt seitdem sie mit 15 Jahren ihr erstes Glashaus bekommen hat. Das Gärtnern ist sozusagen – Carinas Jugendliebe.

Fleißiger Helfer
Derzeit wird Carina (aufgrund ihrer Babypause) fleißig von Florian Osterkorn (17) unterstützt. Der Schüler der LWBFS Waizenkirchen begeistert sie mit seinem Wissen, seinem Elan sowie der Liebe und Hingabe, mit der er seine Pflanzen betreut. Auf 300 qm hat er heuer Erdäpfel, Blaukraut, Kraut, Karotten, Salate, Radieschen und Mais gepflanzt.

Tomaten Liebe
Carina’s große Liebe sind die Tomaten. Was ihr am Besten gefällt ist, wenn Leute sagen: „Unsere Kinder essen keine Tomaten.“ Bei Carina werden sie definitiv vom Gegenteil überzeugt! Denn bei ihren Tomatenverkostungen war noch für jedes Kind etwas dabei. Man muss nur die richtige Sorte finden. Die letzten Jahre hat sie jährlich ca. 500 kg Tomaten geerntet und damit die gesamte Familie, Freunde und die Nachbarschaft versorgt. Heuer dürfen sich die 4722er Körberl Bezieher auch auf ihre frischen Köstlichkeiten freuen. Die Artenvielfalt ist Carina dabei besonders wichtig. Und was am Ende übrig bleibt wird zu leckerem Sugo verarbeitet.

Besonders schmackhaft
Aber nicht nur die Tomaten liegen ihr. Ihre Leidenschaft sind auch Säfte, wie Zitronen/Melisse, Hollunder und im Sommer die Beeren. Ab Herbst möchte sie dann mit Kräutern arbeiten, zum Beispiel wird sie heuer Tees fürs Körberl vorbereiten. Wir dürfen also gespannt sein.

Steckbrief Cornelia Schönbauer

Cornelia (37) und
Hubert (43) Schönbauer starteten ihr gemeinsames Hofleben 2011. Auf dem elterlichen Hof beim “Wagner z’Huab“. Nebst den 25 glücklichen Hühnern, einem Zwerghahn namens Napoleon und einem stolzen Altsteirer namens Hannes, dürfen die beiden einen schönen, außergewöhnlichen Garten ihr Eigen nennen.

Nicht nur Alltägliches
Ihr Garten beherbergt nicht nur Gemüse wie Kartoffeln, Gurken, Tomaten sondern auch Ausgefallenes wie zum Beispiel einen Kiwibaum. Vor über 15 Jahren begann die Geschichte des Kiwibaums, mit einem Kern, den Huberts Schwester gepflanzt hat. Erst nach 10 Jahren als feststand, ob es ein männlicher oder weiblicher Baum ist wurde das Gegenstück gepflanzt und dann noch 5 Jahre später kamen die ersten Früchte zu Tage. Aber auch allerlei anderes Obst und Gemüse, wie Marillen, Aroniabeeren, Melanzani … machen den Garten so besonders.

Neben dem Wissen was Conny von ihrer Mama und Schwiegermama übers Garteln hat macht sie zusätzlich eine Ausbildung zur landwirtschaftlichen Facharbeiterin in der LWBFS Waizenkirchen.

Nichts verschwenden
Das 4722er Körberl gefällt ihr so gut, weil sie den Grundgedanken, Überschüsse aus dem eigenen Garten im Körberl zu tauschen so toll findet. Denn so kann sichergestellt werden, dass nichts verschwendet wird.

Tipp fürs Garteln
Jedem Hobbygärtner möchte sie auf dem Weg mitgeben, sich nicht entmutigen zu lassen, sollte etwas einmal nicht funktionieren. Oft hilft es, sich mit Anderen auszutauschen und im nächsten Jahr klappt es dann. Es gibt einfach nichts Besseres, als Gemüse aus dem eigenen Garten! Ein so intensives Geschmackserlebnis hat man selten bei gekauften Produkten. Das ist genau das, was das Handwerk so besonders macht. Man weiß, wie viel Zeit und Liebe hineingeflossen ist, da schmeckts dann am Ende umso besser.